Euskirchen: Arbeiten am Fernwärmenetz laufen auf Hochtouren
20-Meter-Wärmespeicher an der Energiezentrale errichtet. Der Bau des neuen Euskirchener Fernwärmenetzes schreitet weiter zügig voran. An der Energiezentrale an der Bonner Straße – dem Herzstück, in dem künftig die Wärme erzeugt wird – hat e-regio jetzt einen ersten Wärmespeicher installiert. Der isolierte Speicher fasst 200.000 Liter Wasser, das mit einer Temperatur von 70 °C das Fernwärmenetz bedarfsgerecht speist. Überschüssige Wärme lässt sich zwischenspeichern und bei Bedarf wieder in das Netz einspeisen. So werden die über den Tag schwankenden Wärmebedarfe ausgeglichen – ähnlich wie bei einem Warmwasserspeicher im Haushalt, nur deutlich größer.

Der neue Pufferspeicher wird mit Hilfe von zwei Schwerlastkränen an der Energiezentrale in der Bonner Straße installiert.
Der Wärmespeicher wurde speziell für das Fernwärmenetz Euskirchen von einem norddeutschen Hersteller gefertigt. Aufgrund seiner beeindruckenden Dimensionen – 20 Meter Höhe, 3,80 Meter Durchmesser und ein Leergewicht von 33 Tonnen – war der Transport nur per Schwerlastlogistik möglich. Für die millimetergenaue Aufstellung kamen zwei Kräne zum Einsatz. „Die Aufstellung war echte Millimeterarbeit. Eine zusätzliche Herausforderung war, dass der Lieferverkehr der laufenden Rübenkampagne nicht beeinträchtigt wird. Schließlich liegt die Energiezentrale direkt neben der Zuckerfabrik. Ich bin sehr froh, dass durch die genaue Planung und Vorbereitung alles reibungslos geklappt hat. Damit ist ein wichtiger Schritt für die Inbetriebnahme unseres Fernwärmenetzes, die vorrausichtlich gegen Ende des Jahres erfolgt, getan“, sagt e-regio Projektleiter Guido Krämer.
Parallel dazu laufen die Bauarbeiten an den Fernwärmeleitungen, die die erzeugte Wärme künftig von der Energiezentrale zu den Häusern transportieren. Die Baustelle verlagert sich derzeit von der Roitzheimer Straße und der Gottlieb-Daimler-Straße hin zum Eifelring und dem Pützbergring. Anschließend wir der Abschnitt von der Gottlieb-Daimler-Straße, Ecke Römerstraße, in Richtung Energiezentrale gebaut.
„Die Arbeiten zur Verlegung der Fernwärmeleitungen bieten die ideale Gelegenheit, sich besonders günstig an das neue Fernwärmenetz anschließen zu lassen“, betont Guido Krämer. Eigentümerinnen und Eigentümer entlang der Trasse oder im direkten Umfeld können sich persönlich und individuell beraten lassen und vorab auf der e-regio-Website den Fernwärme-Check durchführen. Auf dessen Basis kann dann ermittelt werden, ob ein Anschluss an das Fernwärmenetz für das Gebäude infrage kommt. (e-regio.de/fernwaerme-fuer-euskirchen).
Über das Fernwärmenetz
Mit dem Aufbau des ersten Fernwärmenetzes in Euskirchen schafft e-regio eine moderne, klimafreundliche Alternative zur herkömmlichen Wärmeversorgung. Dabei kommen vorhandene erneuerbare Energiequellen zum Einsatz, beispielsweise regional erzeugtes Biomethan. Von der Energiezentrale aus sollen in den kommenden Jahren schrittweise weitere Stadtgebiete – sowohl Neubauquartiere als auch Bestandsgebäude – mit umweltfreundlicher Fernwärme erschlossen werden.
Die Fernwärmeversorgung bietet zahlreiche Vorteile: Sie macht unabhängig von fossilen Brennstoffen, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und kommt ohne eigene Heizungsanlage im Gebäude aus. Ein kompakter Wärmetauscher reicht aus – das reduziert die Investitions- und Wartungskosten für Hauseigentümer erheblich. Zu den ersten Anschlussnehmern zählt das neue Rathaus der Stadt Euskirchen.