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Ukrainekrise: Versorgungssicherheit und Preisentwicklung

Der Krieg in der Ukraine ist eine Tragödie für die betroffenen Menschen. Bei allen Diskussionen um Sanktionen, Versorgungssicherheit und Energiepreise steht das menschliche Leid im Vordergrund. Unser Mitgefühl gilt allen Menschen, deren Leben in Gefahr ist und die um das Leben ihrer Familien und Freunde fürchten müssen.

Wir nehmen Ihre Sorgen ernst

Wir können gut verstehen, dass die Situation an den Energiemärkten und insbesondere der Krieg in der Ukraine Sie verunsichert. Viele Menschen sorgen sich vor Lieferengpässen und weiterhin rasant steigenden Energiepreisen. Aber auch die Herkunft des gelieferten Erdgases ist ein Thema.

Wir beliefern Sie auch in dieser Zeit sicher mit Gas und Strom und sind für Sie da. Hier haben wir einige Informationen für Sie zusammengestellt. Bei Fragen hilft Ihnen auch unser Kundenservice gerne weiter.

FAQ Energiemarktkrise

Ist die Versorgung mit Erdgas in der Region sicher?

Die Versorgung mit Erdgas funktioniert aktuell normal. Wir kaufen Erdgas für unsere Kunden an den Börsen ein. Wir sind in ständigem Austausch mit unseren Vorlieferanten, die uns stabil beliefern und die benötigten Mengen in unser Netz einspeisen.

Auch wenn die Liefermengen von russischem Gas zuletzt zurückgegangen sind und die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen wurde, gibt es in unserem Netzt keinen Versorgungsengpass. Selbst wenn eine Mangellage in Deutschland eintreten sollte, greifen zunächst verschiedene Maßnahmen, um die verfügbare Gasmenge zu erhöhen, z.B. die Nutzung von Mengen aus Speichern. Manche Industriekunden können auf andere Energieträger ausweichen und haben mit ihrem Netzbetreiber Abschaltmöglichkeiten vereinbart. Außerdem kann Gas aus anderen Regionen zugekauft werden. Deutschland ist Teil eines europäischen Erdgas-Versorgungssystems, in dem sich die EU-Staaten im Bedarfsfall gegenseitig unterstützen.

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann es zu Einschränkungen kommen. Dann greifen die Pläne des Notfallplans Gas, bei denen zunächst der Verbrauch großer Industrieanlagen oder andere abschaltbarer Gewerbeanlagen gedrosselt werden. Private Haushalte, aber auch Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind vom Gesetzgeber als besonders schützenswert eingestuft.

 

Was bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe des Notfallplans Gas für die Region?

Am 23.06. hat Bundeswirtschaftsminister Habeck die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen (seit dem 30.03. befanden wir uns in der Frühwarnstufe). Die Ausrufung der Alarmstufe hat für Kunden keine direkte Auswirkung. Die Versorgung läuft aktuell normal weiter. Die Alarmstufe ist die zweite von drei Eskalationsstufen des Notfallplans Gas.

Grund für die Ausrufung der Alarmstufe ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums die seit dem 14. Juni 2022 bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preiseniveau am Gasmarkt. Zwar sind die Gasspeicher mit 58 Prozent stärker gefüllt als im Vorjahr. Doch sollten die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 40 Prozent verharren, ist ein Speicherstand von 90 Prozent bis Dezember kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen erreichbar. Damit liegt aktuell eine Störung der Gasversorgung vor. Gas ist ein knappes Gut. Jedoch ist der Markt noch in der Lage, diese Störung sowie die Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Stufen des Notfallplans Gas finden Sie hier.

 

Was bedeutet die Ausrufung der Frühwarnstufe des Notfallplans Gas für die Region?

Am 30.03. hat Bundeswirtschaftsminister Habeck die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die Ausrufung der Frühwarnstufe hat für Kunden keine direkte Auswirkung. Die Versorgung läuft aktuell normal weiter. Es handelt sich um eine Vorsorgemaßnahmen, die dazu dient, die Versorgungslage laufend zu analysieren und zu bewerten. So sollen, wenn nötig, Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen werden können. Dazu wurde auf Bundesebene ein Krisenstab eingesetzt. Falls die Belieferung aus Russland tatsächlich ausbleibt und weitere Maßnahmen des Notfallplans Gas ergriffen werden müssen, ist e-regio darauf gut eingestellt. Schon in den letzten Wochen haben wir die notwenigen organisatorischen Vorbereitungen getroffen und stehen in engem Kontakt mit den Marktbeteiligten. Auch wenn es zu Versorgungsengpässen im nächsten Winter kommen sollte, sind private Haushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt. Das heißt, auch bei einer Gasknappheit ist ihre Versorgung gewährleistet.

Am 23.06. wurde die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen.

 

Woher kommt das Erdgas im Netz von e-regio?

Wir beschaffen Erdgas am Großhandelsmarkt in Deutschland. Die dort gehandelten Mengen haben keine Kennzeichnung, aus welchen Quellen sie stammen. Ob gerade russisches, norwegisches oder amerikanisches Gas durch die Leitung fließt, können wir als Energieversorger nicht beeinflussen. Die bedarfsgerechte Regelung der Mengen in unser Netz, aber auch die anderen Verteilnetze in Deutschland erfolgt durch eine übergeordnete Stelle.

 

Was hat zu der aktuellen Marktsituation geführt?

Ein Mix aus verschiedenen Ursachen bedingt den starken Anstieg der Gaspreise in Deutschland, Europa und weltweit seit Herbst 2021. Nach der Coronakrise hat sich die weltweite Konjunktur schnell erholt. Es wird wieder mehr produziert und die Nachfrage nach Erdgas ist daher wieder stark angestiegen. Besonders in Asien, wohin die allermeisten Flüssiggaslieferungen (LNG) gehen. Diese fehlen als Ausgleich in Europa, das Angebot ist also knapper. Der kalte und lange vorherige Winter und der vermehrte Einsatz von Gaskraftwerken zur Stromproduktion haben zudem für sehr niedrige Stände in den deutschen Gasspeichern gesorgt. Die Entwicklung der Gaspreise hat auch Auswirkungen auf die Strompreise. Denn: Strom wird in Teilen auch in Gaskraftwerken erzeugt. Gas ist also Rohstoff für die Stromproduktion. Wenn der Rohstoff teurer wird, steigen auch die Preise für das Endprodukt, also den Strom. Durch den Krieg in der Ukraine hat sich die Situation an den Märkten nochmals verschärft. Energie, insbesondere Erdgas und Öl, ist in dem Konflikt zu einem Druckmittel geworden. Entsprechend nervös reagieren die Märkte auf drohende Sanktionen, Embargos oder Lieferstopps.

 

Wie entwickeln sich die Preise weiter?

Seit Monaten beobachten wir mit Sorge die Entwicklung und die dadurch ausgelöste Preisentwicklung an den Energie-Handelsplätzen. Die Drosselung der Gaslieferung und die Ausrufung der Alarmstufe verschärft die seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine ohnehin schon angespannte Preissituation. Die Entwicklung an den Energiemärkten ist eine nie dagewesene Ausnahmesituation, die uns vor große Herausforderungen stellt. Durch unsere vorausschauende Einkaufspolitik konnten wir unsere Bestandkunden bisher vor massiven Preiserhöhungen schützen. Die Beschaffungspreise befinden sich nun dauerhaft auf einem so hohen Niveau, dass wir Preiserhöhungen nicht ausschließen können.

Wir beobachten kontinuierlich die Lage und werden Sie transparent und zeitnah informieren, wenn Preiserhöhungen notwendig werden.

 

Wie federt e-regio durch die Einkaufspolitik Preissprünge ab?

Wir verfolgen eine langfristige Beschaffungsstrategie. Was unsere Kunden morgen verbrauchen, haben wir zum Teil schon in den letzten fünf Jahren eingekauft. Wir kaufen Energiemengen in vielen kleinen Schritten über einen langen Zeitraum. Das macht uns unabhängiger vom sogenannten „Spotmarkt“, an dem Energiemengen kurzfristig eingekauft werden und der aktuell besonders teuer ist. Hohe Preise in einem kurzen Zeitraum beeinflussen dann weniger stark die durchschnittlichen Beschaffungskosten. Da die Preissteigerungen so immens sind, lassen sie sich jedoch nicht mehr gänzlich ausgleichen. 

Vor der Energiemarktkrise war die Situation ganz anders: Energie am Spotmarkt einzukaufen, war besonders günstig. Unternehmen, die sich überwiegend dort eingedeckt haben, konnten zwar billig einkaufen und lange Zeit „Discount-Preise“ anbieten, ihren Kunden aber nicht die gleiche Sicherheit bieten. So kommt es jetzt zu Kündigungen und Insolvenzen dieser Discounter. e-regio versorgt Sie weiter verlässlich mit Strom und Erdgas.

Ich habe eine Preisanpassung erhalten und möchte meinen Abschlag anpassen.

Kein Problem! Passen Sie Ihre Abschlagszahlungen ganz einfach selbst in unserem Kundenportal an. Gerne hilft Ihnen auch unser Kundenservice weiter. Senden Sie uns eine E-Mail an kundenservice@e-regio.de oder rufen Sie uns an unter 02251 708-708.  

Ich möchte zu e-regio wechseln, bieten Sie auch für Neukunden noch Tarife an?

Sie finden bei uns immer einen Tarif für die Grund- und Ersatzversorgung in den Gebieten, in denen wir als Grundversorger tätig sind. Aufgrund der aktuell sehr volatilen Preisentwicklung an den Beschaffungsmärkten kann es jedoch vorkommen, dass wir unsere Sondertarife zeitweise aussetzen.  Sobald die Beschaffungssituation es wieder zulässt, bieten wir diese Tarife wieder an. In unserem Tarifrechner informieren wir aktuell, ob wir Ihnen einen Sondertarif anbieten können.

 -   Strom-Grundversorgung 
-    Erdgas-Grundversorgung

Mein Energieversorger ist insolvent oder will mich nicht mehr beliefern. Was muss ich machen?

Sie sollten sich einen neuen Energielieferanten suchen. Finden Sie keinen neuen Lieferanten oder stellt der bisherige Versorger die Lieferung sofort ein, ist Ihre Versorgung trotzdem sichergestellt. Wir springen als örtlicher Grundversorger dann mit einer Ersatzversorgung ein. Dazu sind wir sogar gesetzlich verpflichtet. 

Wir gewährleisten Ihnen die Ersatzversorgung für maximal drei Monate. Spätestens dann sollten Sie einen neuen Liefervertrag abgeschlossen haben. Wenn Sie ohne ausdrücklichen Vertragsabschluss weiter Energie entnehmen, kann ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen. Sie gehen dann nahtlos von der Ersatzversorgung in die Grundversorgung über, der Preis bleibt gleich.

Lediglich die Ersatzversorgung für Nicht-Haushaltskunden (Gewerbe) mit einem Verbrauch von mehr als 10.000 kWh unterscheidet sich.

Sobald wir erfahren, dass Sie in die Ersatzversorgung fallen, erhalten Sie Post von uns.

In diesen Gebieten fangen wir Sie auf, wenn Sie keinen Liefervertrag für Strom oder Gas (mehr) haben: 
-    Strom-Grundversorgung 
-    Erdgas-Grundversorgung

Kann ich aus der e-regio Grundversorgung / Ersatzversorgung in einen günstigeren Sondertarif wechseln?

In der Regel ist ein Wechsel von der Grund- oder Ersatzversorgung in einen Sondertarif möglich. Aufgrund der aktuell sehr volatilen Preisentwicklung an den Beschaffungsmärkten kann es jedoch vorkommen, dass wir unsere Sondertarife zeitweise aussetzen. Sobald die Beschaffungssituation es wieder zulässt, bieten wir diese Tarife wieder an. In unserem Tarifrechner informieren wir aktuell, ob wir Ihnen einen Sondertarif anbieten können.

Haben Gewerbekunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

Gewerbekunden, die aus dem örtlichen Niederspannungs- oder Niederdrucknetz versorgt werden, haben ebenfalls einen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch für drei Monate. Spätestens dann sollten sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn Sie nicht mehr als 10.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, kommt durch die weitere Energieentnahme aus dem Netz ein Grundversorgungsvertrag mit uns zustande. Wer als Gewerbekunde mehr als diese Menge verbraucht, sollte sich unbedingt mit uns in Verbindung setzen, damit auch nach den drei Monaten die Versorgung sichergestellt ist. Für die Gas-Ersatzversorgung von Gewerbekunden gelten ab 10.001 kWh Jahresentnahme separate Preise. 

Gewerbekunden im Bereich Mittelspannung (Strom) und Mitteldruck (Erdgas) haben keinen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch. Sie müssen sich bei einer Insolvenz ihres Lieferanten selbst unverzüglich einen neuen Lieferanten suchen, da es ansonsten zu einer kurzfristigen Sperrung des Zählers durch den Netzbetreiber kommen kann. Sind Sie betroffen? Wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten der Versorgung.

Wie kann ich meinen Energieverbrauch senken? 

Wir haben für Sie Energiespartipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, Erdgas, Strom und Wasser einzusparen.

Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gibt auf seiner Seite viele Hinweise zum Energiesparen.